HOAI

Die HOAI (Honorarordnung für Architekten und Ingenieure) ist eine Rechtsverordnung des Bundes zur Regelung der Vergütung von Architekten- und Ingenieurleistungen in Deutschland.

Sie ist gleichzeitig ein wichtiges Element des aktiven Verbraucherschutzes. Anders als beim Kauf von Produkten kann ein Kunde, der Ingenieure und Architekten beauftragt, vorab keine „Ware“ begutachten oder testen. Eine Ingenieur- oder Architektenleistung ist nahezu immer eine einmalige Leistung, beim Planen und Bauen entstehen keine Serienprodukte, sondern einzigartige Prototypen. Daher ist es wichtig für Kunden, vorab – und das leistet die HOAI ebenfalls – einen klar definierten Katalog zur Hand zu haben, welche Leistungen er in welcher Planungsphase erwarten darf.

Die HOAI leistet einen wichtigen Beitrag zur Qualität, zur Sicherheit und zur Baukultur in Deutschland. Denn sie stellt sicher, das Ingenieure und Architekten mit auskömmlichen Honoraren in einem Wettbewerb der bestmöglichen Planungslösungen am Markt agieren und nicht in einem ruinösen Preiswettbewerb, der Qualität und Sicherheit gefährden würde.

Als Angehörige der Freien Berufe sind die in den Kammern organisierten Ingenieure und Architekten dem Gemeinwohl verpflichtet. „Freie Berufe“ sind in vielen anderen europäischen Ländern nicht bekannt – auch dies führt leider dazu, dass ihre besonders verantwortungsvolle Stellung in der Gesellschaft nicht überall richtig interpretiert und verstanden wird.

Die Novelle 2013

Am 16. Juli 2013 wurde die letzte Neufassung der Honorarverordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) im Bundesgesetzblatt verkündet. Sie gilt damit verbindlich für neue Verträge, die ab dem 17. Juli 2013 abgeschlossen wurden. Der Bundesrat hat am 7. Juni 2013 der siebten Änderung der HOAI zugestimmt und gleichzeitig einen Entschließungsantrag für die neue Legislaturperiode verabschiedet. Zuvor hatte die Bundesregierung die neue HOAI am 24. April 2013 verabschiedet.

Um die HOAI europarechtskonform zu machen, war es erforderlich, den Anwendungsbereich auf Planungsbüros mit Sitz im Inland zu beschränken.

Durch diese Maßnahme ist die HOAI konform mit dem EU-Recht, was per Gutachten bestätigt wurde.

In der vorhergehenden HOAI-Novelle im Jahre 2009 wurden die Ingenieurleistungen

  • Umweltverträglichkeitsstudie
  • Thermische Bauphysik
  • Geotechnik
  • Ingenieurvermessung und
  • Örtliche Bauüberwachung für Ingenieurbauwerke und Verkehrsanlagen

fälschlicherweise als „Beratungsleistungen“ bezeichnet. Bei der Novellierung der HOAI im Jahr 2013 führte diese unrichtige Bezeichnung zu einer erneuten Ausgliederung regulärer Ingenieurleistungen aus dem verbindlichen Teil der HOAI in die unverbindliche Anlage 1 zur HOAI 2013.

Diese Entscheidung diskriminiert aus Sicht der Bundesingenieurkammer mehrere Ingenieurdisziplinen, gefährdet die Qualität am Bau, führt zu Dumpinglöhnen und verschärft den Nachwuchsmangel. Es besteht daher dringend politischer Handlungsbedarf. Aus diesem Grund hat die Bundesingenieurkammer auch die Broschüre „Fortschreibung der HOAI 2013 – Gerechte Rahmenbedingungen für alle Planer“ entwickelt.

Mit der inhaltlichen Arbeit ist bei der Bundesingenieurkammer der Arbeitskreis „Fortschreibung der HOAI“ betraut. Darüber hinaus ist die Bundesingenieurkammer mit ihren Mitgliedern im „Ausschuss der Verbände und Kammern der Ingenieure und Architekten für die Honorarordnung e.V. (AHO)“ aktiv.

 

Downloads

Fortschreibung der HOAI 2013 – Gerechte Rahmenbedingungen für alle Planer (PDF)